Am Donnerstag,
den 18. August 2005 veranstalteten die Holstein Züchter und der Nö.
Genetik Rinderzuchtverband einen Stallabend bei Fam. Schönbichler in
Krummnußbaum. Durch einen gnädigen Wettergott fanden sich weit über 400
Besucher im überdachten Futtertisch des Betriebes ein und ließen so die
Veranstaltung zu einem tollen Erfolg werden.
Nach einer Betriebsbesichtigung folgte ein Kurzfilm über den Betrieb
Schönbichler, ehe der Referent dieses Stallabends, Herr Christoph
Gerber aus Givisiez/Schweiz zum Thema "Züchterische Strategien und
Zukunft der Milchwirtschaft in der Schweiz/International" referierte.

Er zeigte
zunächst die Rinderzuchtentwicklung der Schweiz im 20. Jahrhundert wo
die Blutauffrischung der Freiburger Schwarzfleckviehrasse mit
Norddeutschen Friesian und Spermaimporten aus Kanada die Simmental -
Züchter (= Fleckviehzüchter bei uns) beflügelte und erste
Einkreuzungsversuche mit Red Holstein versucht wurden. Die Ergebnisse
waren durchwegs positiv und so begann Anfang der 70er Jahre ein
Freiheitskampf, aus der Veredelungskreuzung wird eine
Verdrängungskreuzung. Neben der voranschreitenden Verdrängungskreuzung
mit Milchrassen entstehen mehr Mutterkühe, welche vor allem mit Angus
und Limousin besamt werden.
Heute gibt es
in der Schweiz folgende Zuchtverbände:
• Schweizer Braunviehzuchtverband (139.426 Laktationen, 6.722 kg Milch
3,96 - 3,35)
• Schweizer Holsteinverband (HF: 36.262 Laktationen, 8.003 kg Milch 3,92
- 3,24
RHF: 73.175 Laktationen, 7.262 kg Milch 3,97 - 3,28)
• Schweizer Fleckviehzuchtverband (52.412 Laktationen, 6.831 kg Milch
3,93 - 3,27)
(Fleckvieh Schweiz = synthetische Rasse mit 12,5 bis 75 % Holstein oder
Montbillard - Anteil)
Erst 1995 wurde
der Spermamarkt liberalisiert, d.h. jetzt erst freier Zugang zu Holstein
- Sperma.
Des weiteren
brachte Gerber Ausführungen zum heutigen agrarpolitischen Umfeld:
Den Ausstieg der staatlichen Milchquote der Schweiz, die
durchschnittliche Milchquote der Schweiz von 175.000 kg, oder den
Milchpreis von 44 Cent bei einem Kraftfutterpreis von 50 Cent.

Die Welt von morgen sieht er wie folgt:
Die Bevölkerung nimmt weiter zu, Milch und Fleisch werden zunehmend
nachgefragt, die Preise dafür steigen aber trotzdem nicht. Die
Agrarpolitik wird dem Anschein nach der Wirtschaftspolitik geopfert, was
eine Produktionsintensivierung, vor allem in den Gunstlagen, und eine
Extensivierung zugleich mit sich bringt.
Die Veranstaltung
wurde um ca. 23.00 Uhr nach einem interessanten, wenngleich aufgrund des
Schweizer Dialektes das Zuhören oft mühsam war, offiziell beendet. Neben
der weiteren wirtschaftlichen Optimierung des eigenen Betriebes wird in
Zukunft vor allem die Politik gefordert sein, eine absichernde
Weichenstellung für uns Milchbauern zu geben. Wichtiger den je wird eine
gemeinsame Anstrengung notwendig sein, um unsere bäuerliche Struktur
langfristig zu erhalten und um der Preisspirale Parole bieten zu können.
Herzlichen Dank
für Ihren Besuch und viel Glück für die Zukunft wünschen
Die NÖ -
Holsteinzüchter